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Prostatakrebs: Symptome, Verlauf und Therapie


Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, ist mit circa 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Männern und tritt vorwiegend in fortgeschrittenem Alter auf. Der bösartige Tumor der Vorsteherdrüse gehört zu den Krebsarten, die unter Umständen nur sehr langsam wachsen und nicht immer eine unmittelbare Bedrohung für die Betroffenen darstellen. Eine abwartende Strategie (Watchful Waiting) beim Prostatakrebs stellt daher eine der Behandlungsoptionen dar.

Je eher die Diagnose erfolgt, desto höher ist die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung der Erkrankung. Männer mit lokal begrenztem Prostatakarzinom haben neben der aktiven Überwachung (Active Surveillance) die Wahl zwischen Operation – also radikaler Entfernung der Prostata – und Bestrahlung. Nachfolgend finden Sie umfassende Informationen zu den Symptomen, dem Verlauf und der Therapie von Prostatakrebs.

 

Inhaltsverzeichnis

Symptome

Diagnose

Behandlungsmethoden

HIFU-Therapie

Prostatakrebs vorbeugen

Häufige Fragen unserer Patienten

 

Symptome und Anzeichen für Prostatakrebs


Das Prostatakarzinom wächst häufig sehr langsam und verursacht in einem frühen Stadium keine typischen Beschwerden. Der Tumor bleibt zunächst unbemerkt und macht erst dann Beschwerden, wenn er auf die Harnröhre übergreift oder der Krebs außerhalb der Prostata gestreut hat. Als Knochenmetastasen können Knochenschmerzen (z.B. als Rückenschmerzen) entstehen.


Folgende Symptome können bei Prostatakrebs auftreten und sollten so früh wie möglich abgeklärt werden:  

  • Verstärkter Harndrang, insbesondere nachts (Nykturie)
     
  • Schwierigkeiten zu Beginn des Urinierens
     
  • Unfähigkeit zu Urinieren (Harnverhalt)
     
  • Schwacher oder unterbrochener Harnfluss
     
  • Harninkontinenz
     
  • Schmerzhafte Ejakulation
     
  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
     
  • Schmerzen im Bereich der Prostata
     
  • Schmerzen im unteren Rücken mit Steißbein und Lendenwirbel, im Becken, den Hüften oder den Oberschenkeln (Ischiasschmerzen)
     
  • Erektionsschwäche bis hin zur Impotenz (Erektile Dysfunktion)
     
  • Verminderter Samenerguss

 

Die Symptome, die bei Prostatakrebs in fortgeschrittenem Stadium auftreten, können ebenso als Anzeichen einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BHP), von der die meisten Männer im fortgeschrittenen Alter betroffen sind, einer Prostataentzündung (Prostatitis) oder einer Harnwegsinfektion auftreten.

 

Diagnose des Prostatakrebs ohne Biopsie


Je eher ein Prostatakarzinom entdeckt wird, desto besser ist es behandelbar und umso höher sind die – ohnehin sehr guten – Heilungschancen. Um festzustellen, ob es sich bei Beschwerden wie häufigem Harndrang um eine benigne Prostatahyperplasie oder ein Karzinom handelt, stehen verschiedene Diagnosemethoden ohne Biopsie zur Verfügung.

Diagnostik und Früherkennung bei Prostatakarzinomen beruhen im Regelfall auf der Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) und einer der rektal-digitalen Untersuchung. Durch keines dieser Diagnoseverfahren lässt sich das Vorliegen einer Karzinomerkrankung mit Sicherheit ausschließen. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata erhöht die diagnostische Sicherheit, da es im Nachweis eines Prostatakarzinoms sehr zuverlässig ist.

 

Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA)


Die Bestimmung des PSA-Wertes gehört zu den wichtigsten Früherkennungsuntersuchungen bei Prostatakarzinomen. Mit einem PSA-Test wird die Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens im Blut gemessen und ein erhöhter Spiegel liefert bereits vor dem Auftreten von Symptomen den ersten Hinweis auf einen Tumor.

 

Digital-rektale Tastuntersuchung


Bei der digital-rektalen Untersuchung (DRU) kann der Arzt vom Enddarm ausgehend größere Veränderungen ertasten. Die Untersuchung ist unkompliziert und schmerzlos. Die DRU reicht allerdings zur Krebsvorsorge nicht aus, da sich anhand des Tastbefundes Prostatakrebs weder nachweisen noch sicher ausschließen lässt.

Mitunter wird ergänzend zur Tastuntersuchung ein transrektaler Ultraschall (TRUS) vorgenommen, um das Gewebe der Prostata und umliegender Strukturen sichtbar zu machen. Nicht alle Karzinome sind im Ultraschallbild erkennbar; insbesondere der Nachweis kleiner Karzinome im Frühstadium ist schwierig und es kann zu falsch Befunden in den Bereichen der Prostata kommen, da nicht gut eingesehen werden können.

 

MRT


Die multiparametrische Magnetresonanztomografie (mpMRT) macht bei Vorliegen eines klinisch signifikanten Prostatakarzinoms die Erkrankung innerhalb der Prostata sichtbar. Auffällige und vergrößerte Lymphknoten, die auf Metastasen hinweisen können, sind deutlich erkennbar, ebenso hämatogene Metastasen. Die MRT  hilft unmittelbar dabei, konkrete Behandlungsempfehlungen zu formulieren. Anhand des MR-Befundes kann die Biopsie gezielt ausgerichtet werden, weshalb bildgebende Verfahren grundsätzlich vor einer Biopsie erfolgen sollten.

 

Ultraschall-gesteuerte Prostatabiopsie


Mit der sonographisch gesteuerten Prostatabiopsie über eine transrektal eingeführte Ultraschallsonde (TRUS) werden Gewebeproben aus der Prostata entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Anhand des sogenannte Gleason-Score wird die Abweichung von normalen Zellen bewertet und in unterschiedliche Grade (Gleason-Muster 1-5) eingeteilt. Eine Biopsie sollte durchgeführt werden, wenn mindestens einer der folgenden Befunde vorliegt:

  • Ein PSA-Wert von 4 ng/ml und darüber oder ein Anstieg des PSA-Wertes
     
  • Ein verdächtiger Befund bei der Tastuntersuchung (DRU)
     
  • Ein verdächtiger Befund bei der transrektalen Ultraschalluntersuchung (TRUS)
     
  • Ein verdächtiger Befund bei der MRT-Untersuchung der Prostata (mpMRT)
     

Werden in einer Gewebeprobe Krebszellen gefunden, gilt die Diagnose als gesichert. Werden trotz erhöhtem PSA-Wert keine Krebszellen gefunden, muss die Biopsie nach einiger Zeit wiederholt werden. Da bei einer Biopsie in der Regel keine Komplikationen auftreten,  kann sie ambulant und mit lokaler Betäubung durchgeführt werden.

 

Prostatakrebs: Behandlungsmöglichkeiten


Da das Prostatakarzinom häufig nur langsam wächst, stellt es selten eine unmittelbare Bedrohung für den Patienten dar und die Heilungschancen stehen günstig. Beim nichtmetastasierten, lokal begrenzten Prostatakarzinom wird entweder eine abwartende Beobachtung (Watchful Waiting) oder eine aktive Überwachung (Active Surveillance) des Tumors empfohlen. Abwartende Überwachung bedeutet, einen Tumorpatienten langfristig zu beobachten und eine lindernde (palliative) Therapie einzuleiten, sobald der Tumor Krankheitszeichen (Symptome) verursacht.

Dagegen versteht man unter aktiver Überwachung  eine grundsätzlich mögliche, heilende, (kurative) Therapie unter enger Überwachung so lange aufzuschieben, bis der Tumor fortschreitet oder der Patient die Therapie wünscht. Hier kommt die lokale Therapie des Prostatakarzinoms ins Spiel. Für die lokale Therapie bietet sich die thermische Ablation des Prostatakarzinoms mit hoch-fokussierten Ultraschallwellen (HIFU) an.

Die Hitzebehandlung erfolgt mit kurativer Intention und erhält die Prostata in ihrer Funktion. Wird die HIFU-Behandlung als MR-gesteuerte hoch-fokussierte Ultraschallwellentherapie (MRgFUS) durchgeführt, kann höchstmögliche Sicherheit bei gleichzeitig maximaler Behandlungspräzision erreicht werden.

 
Bestrahlung der Prostata


Eine Strahlentherapie kann sowohl bei Prostatakrebs ohne Metastasen als auch im fortgeschrittenen Stadium zur Heilung des Karzinoms angewendet werden. Ziel der Behandlung sind die Hemmung der Teilung und das Absterben von Krebszellen durch radioaktive Strahlung. Für das Prostatakarzinom werden je nach Krankheitsstadium verschiedene Bestrahlungsformen angewendet, die sich grob in perkutane Bestrahlung (Bestrahlung von außen durch die Haut) und die Brachytherapie unterteilen, bei der von innen radioaktive Strahlenquellen in die Prostata eingebracht werden. Oftmals wird die Bestrahlung zusätzlich zu der operativen Entfernung des Tumors eingesetzt, um das Riskio eines Rezidivs (Wiedererkrankung) zu verringern.

 
Hormonbehandlung des Prostatakrebs


Das Wachstum von Prostatazellen wird durch männliche Geschlechtshormone (Androgene) gesteuert. Androgene, wie das Testosteron, werden hauptsächlich in den Hoden und zu einem kleineren Teil in den Nebennieren gebildet. Hormonbehandlungen, die auf die Hemmung der Hormonproduktion abzielen, werden eingesetzt, wenn der Prostatakrebs bereits fortgeschritten ist, um das Wachstum des Tumors zu verlangsamen und die Symptome zu mildern. Da durch diese Therapieform keine Heilung des Prostatakarzinoms, sondern nur ein verlangsamtes Wachstum erreicht werden kann, ist die Hormonbehandlung bei lokal begrenzten Karzinomen nicht angezeigt.

 
Chirurgische Entfernung durch Operation


Mit einer chirurgischen Entfernung der Prostata bei lokal begrenztem Karzinom sind die Chancen für eine vollständige Heilung von Prostatakrebs sehr gut. Eine sogenannte Prostatektomie bietet sich an, wenn der Tumor noch keine Metastasen gebildet hat. Besteht der Verdacht, dass bereits angrenzendes Gewebe betroffen ist, werden auch Lymphknoten in der Umgebung der Prostata bei der Operation entfernt. Je weiter der Krebs fortgeschritten ist, desto geringer ist die Möglichkeit, das Karzinom komplett zu entfernen. Als Alternative zur Operation stehen mittlerweile gewebeschonende, nicht-invasive Alternativen wie die lokale Behandlung mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) zur Verfügung.

 

HIFU-Therapie bei Prostatakrebs – Behandlung ohne Schmerzen


Alternativ zu den Standardtherapien gibt es verschiedene Möglichkeiten, Prostata-karzinomgewebe zu zerstören. Bei der Therapie mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) werden unter Narkose hochenergetische Schallwellen über eine im Enddarm platzierte Ultraschallsonde in Richtung Prostata gesendet. So können Tumorzellen durch punktgenaue Hitzeareale ohne operativen Eingriff zerstört werden.

 

MRgFUS: Prostatakrebs schonend behandeln


Eine entscheidende Verbesserung der schonenden Behandlungsmethode HIFU bringt die Kombination mit der Magnetresonanztomographie (MRT). Wird die HIFU-Behandlung als MR-gesteuerte hoch-fokussierte Ultraschallwellentherapie (MRgFUS) durchgeführt, bekommt der Arzt über das MRT noch während der Behandlung eine sofortige Rückmeldung über die Temperaturverteilung im Tumor und im umgebenden Gewebe.

Dadurch kann sichergestellt werden, dass das Karzinom und ein Sicherheitsabstand zum Gesunden mit hohen Temperaturen vollständig zerstört wird, während das restliche Prostatagewebe und wichtige Strukturen wie z.B. das neurovaskuläre Bündel geschont wird. Gewöhnliche HIFU-Therapien, die außerhalb eines MRT stattfinden, können nicht den Behandlungserfolg noch während des Eingriffs kontrollieren, und sind dadurch weniger präzise.

Sie erhalten bei unserem eingespielten Team von Anästhesisten, Radiologen und Urologen alle wichtigen Informationen zu einer MRgFUS-Behandlung Ihrer Erkrankung. Dabei schildern wir den genauen Ablauf der Therapie und beraten Sie ausführlich über die Alternativen. Mit diesem Hintergrundwissen können Sie selbst entscheiden, ob Sie eine MRgFUS-Behandlung durchführen lassen wollen. Sollte es medizinische Gründe gegen eine Therapie geben, erläutern wir Ihnen auch dazu die Gründe.

 

Beispiel eines erfolgreich mit MRgFUS behandelten Prostatakarzinoms

 

Beispiel eines erfolgreich mit MRgFUS behandelten Prostatakarzinoms

 

Prostatakrebs vorbeugen


Es gibt bisher wenig Anhaltspunkte für die Prävention des Prostatakarzinoms. Bei der häufigsten Krebsart des Mannes lassen sich bekannten Auslöser wie fortgeschrittenes Alter, das männliche Geschlechtshormon Testosteron oder eine genetische Prädisposition wenig beeinflussen. Eine gesunde Lebensweise ist jedoch grundsätzlich zur Vorbeugung von Prostatakrebs und Krebs allgemein empfohlen. Dazu gehören:

  • das Erreichen und Halten eines gesunden Körpergewichts
     
  • eine gesunde Ernährung mit dem Schwerpunkt auf abwechslungsreiche pflanzliche Kost
     
  • pro Tag nicht mehr als 24 g Alkohol (entspricht ca. zwei alkoholischen Getränken)
     
  • nicht Rauchen
     
  • tägliche Bewegung und Sport

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, auch wenn keine Beschwerden vorliegen, sind besonders wichtig, um Prostatakrebs früh zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Die frühzeitige Erkennung des Prostatakarzinoms ist entscheidend für den Therapie- und Heilungsverlauf der Erkrankung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich die Vorsorgeuntersuchung. Die erstmalige Bestimmung des PSA-Wertes wird ab dem 40. Lebensjahr empfohlen.

 

Häufige Fragen zum Thema Prostatakrebs

 

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, ist eine bösartige Tumorerkrankung des Gewebes der Vorsteherdrüse. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern und tritt gehäuft in fortgeschrittenem Alter auf.

 

Woran merkt man, dass man Prostatakrebs hat?

Prostatakrebs bleibt lange unbemerkt, da sich Symptome erst spät bemerkbar machen. Zu den Beschwerden, die allerdings auch bei harmloseren Erkrankungen der Prostata und der Harnwege auftreten können, gehören unter anderem vermehrter Harndrang, Schwierigkeiten beim Urinieren, Schmerzen bei der Ejakulation, im Bereich der Prostata und im unteren Rücken.

 

Wie lange kann man mit Prostatakrebs überleben?

Die Prognose bei Prostatakrebs ist allgemein günstig. Die Lebenserwartung von Patienten mit Prostatakarzinom hängt stark von dem Stadium ab, in dem die Erkrankung festgestellt wird. Das Risiko, an dem Tumor zu versterben liegt bei ca. 2 bis 3 Prozent.

 

Was ist die Ursache für Prostatakrebs?

Die Ursachen, die zur Entstehung von Prostatakrebs führen, sind größtenteils unbekannt. Als wichtigste Faktoren gelten fortgeschrittenes Lebensalter, genetische Veranlagung, Hormone und bestimmte Einflüsse wie der Lebensstil und die Ernährung.

 

Kann Prostatakrebs tödlich sein?

Zwar erkranken viele Männer im Laufe ihres Lebens an einem Prostatakarzinom, die Krebsart verläuft allerdings häufig sehr langsam und selten tödlich. Bei einer frühzeitigen Diagnose ist das Prostatakarzinom gut behandelbar und die Heilungschancen sind groß.

 

Wo hat man Schmerzen bei Prostatakrebs?

Schmerzen bei einem Prostatakarzinom treten erst spät im Verlauf der Krankheit auf und können auch durch harmlose Veränderungen, wie durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata, hervorgerufen werden. Schmerzen können im Bereich der Prostata, bei der Ejakulation, im unteren Rücken, den Hüften und den Oberschenkeln auftreten.

 

Wie entsteht Prostatakrebs?

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Prostatakrebs sind bis heute weitgehend ungeklärt. Bekannt sind Faktoren, die das Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken, erhöhen. Dazu gehören: fortgeschrittenes Lebensalter, genetische Veranlagung, Lebensstil und Ernährung.

Die schonende und nicht-invasive Behandlung des Prostatakarzinoms (PDF) | 1,20 MB

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Artikel MRgFUS Frankfurter Allgemeine Zeitung 2018 | 822,80 KB

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Artikel MRgFUS Stiftungsausgabe 2018 | 204,83 KB

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